Erkenntnisse

Ich habe in den vorgehenden Seiten meine Erinnerungen niedergeschrieben und versuche nun, auch Empfindungen zu jener Zeit zu beschreiben und sofern möglich, mit dem heutigen (vielleicht auch damaligen) Wissen zu interpretieren. Ich versuche hier möglichst wenig vom Wissen aus der schulischen Ausbildung in Geschichte abgelenkt zu werden, da ich mit Sicherheit weiss, dass dieses aus Hypothesen zusammengesetzt ist und etwa so gut zusammenpasst wie ein Puzzle bei dem man nicht weiss zu welchem Bild die einzelnen Teile überhaupt gehören. Aber die Wissenschafter müssen ja irgendeine Erklärung abgeben, denn dies ist ihr Erfolg! Kommt nun plötzlich jemand, der ihre Thesen in Zweifel zieht, so werden sie um ihr Erfolgserlebnis geprellt. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass sich jeder in einer solchen Situation zu wehren beginnt und damit auch jede andere Meinung oder These - gelinde gesagt - nicht akzeptiert.

 

Die Luft

Irgendwie musste die Luft in jener Zeit vor der Katastrophe noch eine andere Konsistenz und Zusammensetzung  aufgewiesen haben als heute. Ich glaube, dass dies eines der wichtigsten Erkenntnisse ist um alle anderen Empfindungen zu verstehen. Ab jenem Zeitpunkt nämlich, als es anfing zu regnen [Die Katastrophe] veränderte sich ja sehr viel. Wie bereits beschrieben, verloren all die schönen Steine ihren Glanz, ihre Transparenz und Leuchtkraft. Ab diesem Zeitpunkt gab es auch keine "weissen Würmer" mehr am Morgen.

 

Gewicht und Masse

Eine weitere Empfindung - ich habe es bereits in den "Erinnerungen" beschrieben - ist nämlich die, dass alles gewichtsmässig leichter war. Jedoch beim Werfen oder Springen spürte man mehr Masse. Wir konnten grössere Steine zum Werfen benutzen und fügten damit auch in Kämpfen mehr Schaden zu als heute. Zum Vergleich kann man sich das etwa so vorstellen als ob man wie ein Taucher unter Wasser stehen und Steine werfen würde. Nur geht dieser Vergleich bereits zu weit, man muss sich die damalige Konsistenz der Luft als ein Mittelding zwischen Wasser und der heutigen Luft vorstellen.

 

Akustik

Von der Akustik damals habe ich das Gefühl, dass wir viel mehr hörten als heute. Vor allem über weite Distanzen. Was aber ganz sicher schlecht war, das war die Ortungsfähigkeit einer Schallquelle! Es konnte passieren, dass man auf weitem Feld jemanden reden hörte, aber weit und breit keinen Menschen sah! Damals wurde eben dem Schall - oder vielmehr den Worten - viel grössere Wichtigkeit zugemessen als der Schall-Quelle selbst. Es kam vor, dass es in einem geschlossenen Räumen mit bestimmtem architektonischem Aufbau unmöglich war, einen Sprecher an einem bestimmten Ort auszumachen, jedoch seine Worte hörte man sehr deutlich. Dieser Umstand wurde gerne (auch missbräuchlich) dazu benutzt um etwas weiterzusagen ohne dass die anderen wussten von wem die Information kam. Solche Räume waren unsere eigentlichen Informations-Austausch-Zentren. Je grösser sie waren, um so wichtiger wurden sie für uns. Es konnten ohne weiteres Hunderte von Menschen anwesend sein und von einer bestimmten Stelle her erreichte man mit der eigenen Stimme alle Anwesenden.

 

Die Unsterblichen

Im Artikel "Die Katastrophe" habe ich bereits von "Unsterblichen" geschrieben. Sie waren einfach da, ohne Herkunft und ich mag mich auch an kein weibliches "unsterbliches" Wesen erinnern. Diese hatten sich damals mit unseren Weibern eingelassen, was sie aber beide, unsere Weiber und die Unsterblichen, nicht hätten tun dürfen. Wir Männer waren da aber nicht ganz unschuldig. aber ich weiss noch nicht genau weshalb. Nun - diese Unsterblichen waren also grösser als wir "Menschen", ich schätze so ungefähr bis doppelt so gross. Natürlich war auch ihr Geschlechtsorgan viel grösser, so war es für etliche Frauen fatal, wenn sie mit diesen (übrigens sehr schönen) Männern Geschlechtsverkehr hatten. Kam es sogar zur Befruchtung, so erlitt die Schwangere bei der Entbindung meistens qualvolle Schmerzen oder sehr oft den Tod. Die daraus entstandenen Kinder waren Mischlinge und nicht mehr so gross wie deren Väter, sie waren ja eigentlich verbotene "Früchte"! Später, wenn sie heranwuchsen wurden sie gefürchtet, geliebt aber auch gehasst, denn sie waren geborene Führernaturen und dazu auch intelligenter als wir "Normalen". Aber eben - es durfte ja nicht sein! Deshalb musste ja etwas passieren, so dass die Unsterblichen nicht mehr in unserer Welt überleben konnten. Sie sagten uns, "man" nehme uns etwas weg, dafür erhielten wir etwas anderes.

 

Wasser

Zu meinen Erinnerungen gehört, dass ich mich zu jener Zeit eben gerade an eines nicht erinnere, nämlich Regen. Es gab zwar Wasser, dieses war im Boden, vielleicht auch in der Luft vorhanden. Zudem kannten wir das Schwitzen fast überhaupt nicht. Wasser brauchte man zum Trinken, dies jedoch nur sehr wenig. Jeden Morgen, bevor die Sonne schien war die Erde ganz feucht und mit Tau bedeckt. Es gab (Jahres-) Zeiten, wo dieses Wasser sich während der Nacht sammeln konnte und wie ein Bach in tiefere Regionen fliessen konnte. Dort entstand dann ein See, der in dieser Zeit wuchs. Darauf kamen andere Zeiten, wo dieser See ganz zurück ging. Nur ganz trocken wurde er nie. 

 

Ganz anders war aber der Fluss, ein richtig breiter Fluss, der immer Wasser führte das sehr kalt war. Dieser Fluss kam hoch aus den Bergen wohin wir als Menschen gar nie kamen. Die Berge sahen von weitem weiss aus, aber wir wussten nicht weshalb sie diese Farbe hatten. Wir kannten ja weder Eis noch Schnee. Zudem waren diese Berge meist mit Wolken umhüllt, aber diese kamen sehr selten in unsere Nähe. Wir wüssten also überhaupt nicht aus was diese bestanden, also waren sie für uns eine Art Geister oder Boten.

 

Flüsse mündeten schlussendlich im Meer, das im Gegensatz zu heute viel ruhiger war, es kamen also fast keine Wellen auf. Die Fische, die darin lebten, konnten sehr gut in die Luft springen, ja teilweise über mittlere Strecken sogar fliegen.

 

Feuer

Um Feuer in der damaligen Zeit beschreiben zu können, muss man sich erst mal vorstellen, dass die Luft anders zusammengesetzt war als heute. Nur so kann man verstehen was oft auch in der Bibel versucht wird bildlich darzustellen. Ein Feuer mit Holz zu entfachen war sehr schwer und nur in höheren Lagen überhaupt möglich. Dagegen war es sehr einfach einen in Öl gelegenen Docht  zu entzünden. Diese Flamme war sehr ruhig, gleichmässig und höher als heute. In den unteren Bereich der Flamme konnte man ohne weiteres den Finger hinhalten, dieser war nur warm. Erst im obersten Teil entstand überhaupt Hitze.

 

Die Verwendung von Feuer war damals wichtig für die Lichterzeugung nachts, weniger um zu heizen oder zu kochen, was wir eigentlich gar nicht kannten. Zu heizen brauchte man nicht, die Temperatur war fast immer etwa gleich. Eine Flamme war am Ort der Entstehung nie sehr heiss, das heisst, dass bestimmte flüssige Brennmaterialien zum Beispiel auf der Haut sehr lange brennen konnten ohne die Haut zu verletzen. Bedingung war, dass das zu verbrennende Gut bereits in flüssigem Zustand war. Holz zum Beispiel brannte gar nicht von alleine, es musste mit Öl durchtränkt sein. So konnte es geschehen, dass ein Baum, ein Gegenstand oder ein Mensch scheinbar brannte, aber es entstand dabei kein Schaden, weil nur das flüssige Medium eigentlich brannte. Erst in höheren Lagen, auf den Bergen konnte man Holz überhaupt brennen sehen.